Chronik Gennach

Chronik Gennach

Das Gemeindewappen von Gennach

In rot unter silbernem Wellenbalken behandschuhte Hand, darauf sitzend ein rotbewehrter silberner Falke mit goldener Kappe.

Der silberne Wellenbalken symbolisiert den Fluß Gennach, der namensgebend für die Siedlung war. Der Falke speilt auf das ausgedehnte Jagdrevier westlich der Gennach an. in dem seit dem Mittelalter vor allem Falken- und Reiherbeizen abgehlaten wurden. Die Farben Rot und Silber beziehen sich, wie auch im Schwabmühlhauser Ortswappen, auf das Augsburger Hochstift. Das Wappen wurde von Hermann Kornhammer geschaffen, beasierend auf einem Entwurf des Gennachers Anton Reiß.

Quelle: Stadler-Zollhöfer: Wappen der schwabischen Gmeinden 1952; Jahresbericht d. Vereins v. Sch. U. Neubg. 1830 Seiten 4; Zusammengestellt von Anton Reiß Gennach 2 1/2 am 24.11.1979;

 

Gennach blickt wahrscheinlich auf eine jahrtausendalte Vergangenheit zurück. Der Name Gennach stammt möglicherweise von den  keltischen Vindeliciern ab, die seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Gegend um den Ort besiedelten.

Chronik Gennach

Da die Kelten keine geschichtlichen Quellen hinterlassen haben, stützt sich die Forschung nur auf spärliche literarische Zeugnisse der benachbarten Römer und Griechen und auf archäologische Funde.  Um das Jahr 15 v. Chr. wurden die Kelten zunehmend aus unserer Gegend vertrieben. Im Norden rückten zahlreiche germanische Stämme vor und im Süden expandierte das Römische Reich immer mehr. Schließlich besetzte das Römische Reich fast alle keltischen Gebiete. Danach diente unsere Gegend nur noch als Schlupfwinkel für einzelne Überlebende.

Etwa im 8. Jahrhundert dürfte Gennach von Erringen aus, zu dessen Urmark es auch gehörte, gegründet worden sein. Die Errichtung einer ersten Taufkapelle dürfte ebenfalls in diese Zeit fallen.

1190
In einer Urkunde des Kloster Polling wird berichtet, dass der „edle Mann Manegold von Gennahe“ sein Gut in Gennach, das er nach dem Erbrecht innehatte, an das Stift Polling gegeben hat. Manegold erscheint in diesem Schriftstück zusammen mit 8 Bauern (Gerung und dessen Sohn Gerung, Heinrich, Ruopert, Arnold, Heinrich, Pertold und Conrad), die alle dort ansässig waren.

1428
Peter und Elsbeth von Hohenegg verkauften ihren Besitz und die Vogteirechte über Gennach um 300 rheinische Gulden an den Bürger Simon Zeller. Als Vogtherrschaft hatten die Herren von Hohenegg bis dahin die Gerichtsbarkeit und bezogen Vogtsteuer vom gesamten Dorf und drei Höfen aus dem Härtle, auch Untergennach genannt.

1479
Die Hälfte der Gennacher Bauernhöfe, das waren 4 Höfe mit 4 Sölden, gehörten dem in Schwabmünchen ansässigen Heinrich Diem. 

1489
Im Jahre 1489 schworen 16 Grundholde aus Gennach den Landfrieden in Augsburg.
Ebenfalls im Jahre 1489 ist bereits ein St.-Johannes-Gotteshaus vorhanden, das bereits eine stattliche Größe aufwies und große Bedeutung für die ganze Umgebung hatte.

1490
Im Jahre 1490 wurde der Diemsche Besitz für 1000 Gulden vom Domkapitel Augsburg erworben. Auch die bayerischen Herzöge hatten um die Zeit bis zum 16. Jahrhundert Lehensgüter in Gennach.

1608
Am 11. August 1608 wurde mit dem Bau der Pfarrkirche, die dem HL. Johannes dem Täufer geweiht ist, durch den Maurermeister Jakob Aschberger und den Zimmerleuten Georg Schwäger und Anton Spindler aus Lechhausen begonnen. Bei dem Bau handelt es sich um eine stilreine Renaissancekirche. Die Fertigstellung der Kirche erfolgte im Jahre 1610. Das Johannisfest war in alten Zeiten Mittelpunkt großer Feierlichkeiten. So zogen im Jahr 1720 Kreuzgänger aus der ganzen Umgebung von Großaitingen, Wiedergeltingen, Türkheim und anderen Gemeinden nach Gennach. Der Kirchturm diente als Leuchtturm für die Wanderer im Gennacher Moos.

1617/18
Das Domkapitel bewilligt Maximilian von Fugger zu Kirchberg und Weißenhorn, in Gennach ein Falkenlager einzurichten.

1713
Erhebung zur eigenen Pfarrei und Verlegung des Pfarrsitzes von Westerringen nach Gennach. Im gleichen Jahr wurde mit dem Bau des Pfarrhauses (heutiges Mesnerhaus) begonnen. Das Pfarrhaus wurde 1753 erneuert und 1803 nochmals umgebaut. Ab dem Jahr 1830  wird dieses Gebäude auch als Schulhaus genützt.

1732
Die Kirchturmhaube wird verändert. Aus dem Pyramidendach wird eine Zwiebelkuppel.

1788
Im Gennacher Moos beginnt man mit dem Torfstechen und dem Torfhandel. Insgesamt waren fast 700 Tagwerk betroffen.  Karl Forster kaufte davon 36 Tagwerk und verwendete den gestochenen Torf in seiner Kattunfabrik in Augsburg. Die größte Menge des Torfes nahm Kaufbeuren als Brennholzersatz ab. Gennacher Bauern brachten es mit ihren Pferdefuhrwerken dorthin.

1789
In einer Beschreibung des Hochstiftes Augsburg wird Gennach folgendermaßen beschrieben:
„Durch die dortige, sembtliche Fluren und Jurisdiction flüßet der Gennach-Strichbach, welcher durch das Tal von Buchloe herkommt, und in dem dort befindlichen Moos flüßet der Eisbach und Moßgraben. Diese Gemeinde hat ein kleines Wäldchen, so an dem Leprosenwäldle anliegt, und wird das Kühe-Härtle genannt, dann wird dermalen in den dortigen Moß Torf gestochen, welches den Mangel an Holzes ersetzet. Das Patronatsrecht gehört zum hohen Domzelleriat, sowie der Zehent allda und Zehentstadel, worin von 284 1/3 Jauchert der Großzehent eingelegt wird. Ware ehedem eine Bräugerechtigkeit, die jetzt eingegangen ist.“
Die Gerichtsherrschaft wurde vom Oberrichteramt zu Erringen ausgeübt.

1803
Mit Beginn der Säkularisation enden Grundherrschaft und Gerichtsbarkeit des Domkapitels nach  313 Jahren und die Landeshoheit des Hochstiftes Augsburg kommt zum Kurfürstentum Bayern.

1808
Aufgrund eines Blitzschlages brennt der Kirchturm vollkommen aus. Alle drei Glocken schmelzen und stürzen zu Boden.

1818
Mit Gemeindeedikt wurde die politische Gemeinde Gennach gegründet. Voraussetzung war, dass mindestens 20 Familien im Ort ansässig waren. Der Gemeinderat bestand aus dem Gemeindevorsteher und 4 Bürgern.

1862
Über einen längeren Zeitraum wird die Gennach in mehreren Abschnitten reguliert und die wilden Krümmungen entfernt.

1877
Bau des neuen Schulgebäudes (heute Musiker- und Feuerwehrheim) und Bau des neuen Pfarrhofes östlich der neu erbauten Schule.

1914
Ab Juli 1914 wurde der Licht- und Kraftstrom auf der neu erbauten Hochspannungsleitung nach Gennach geleitet. 33 Gemeindemitglieder waren für einen Antrag an die LEW.
In der Pfarrkirche wird eine neue Orgel von Julius Schwarzbauer aus Mindelheim eingebaut.

1915
Baubeginn der Entwässerungskanäle im Gennacher Moos. Dies wurde im Jahre 1911 durch den damaligen Bürgermeister Müller in die Wege geleitet. 1912 gründete sich eine Genossenschaft zur Entwässerung des Gennachmooses und der Goldenen Weide. Beim Bau der Kanäle waren auch über 100 russische Kriegsgefangene eingesetzt. Eine endgültige Fertigstellung erfolgte erst Mitte der 20er Jahre.

1922
Errichtung eines Kriegerdenkmales  zum Andenken an die gefallenen und vermissten Soldaten im Ersten Weltkrieg.
 
1932
Die erste Flurbereinigung östlich der Gennach fand von 1932 bis 1934 statt.

1937
Erstmals wird ein sogenannter Erntekindergarten von der Gemeinde eingerichtet.

1945
Einmarsch der amerikanischen Truppen am 27. April mit einigen hundert Panzern.

1952
Am südlichen Teil des Dorfes, auf der sogenannten Kälberweide, wurden von Flüchtlingen und Einheimischen 10 Einfamilienhäuser erbaut.

1953
Bau eines neuen Friedhofes mit Leichenhaus. Im Jahre 1972 erfolgte eine Friedhoferweiterung.

1959
Die Dorfstraße wurde ausgebaut und erhielt eine feste Teerung.

1960 – 1962
Bau des sogenannten „Suez-Kanals“ als Hochwasserkanal vom Wasserverband Gennach. Anschließend wurde mit der Flurbereinigung II westlich der Gennach begonnen. Feldwege und Straßen wurden zum Teil als Betonstraßen ausgebaut. Im Zuge der Kiesentnahme entstand im Gennacher Moos ein großer Baggersee.

1963
Verleihung des Gemeindewappens

1964
Bau der neuen Schule, da im alten Schulgebäude im Zweischichtbetrieb über 80 Kinder unterrichtet werden mussten. 1972 wurde der Schulbetrieb in Gennach eingestellt. 1977 baute der Schützenverein die Kellerräume zu seinem Vereinsheim aus. Seit 1978 befindet sich im ehemaligen Schulgebäude der Gennacher Kindergarten.

1973
Bau einer zentralen Wasserversorgung. Danach wurde die Ortsstraße ausgebaut.

1978
Eingemeindung nach der Gebietsreform zur Gemeinde Langerringen.

1983
Die Musikkapelle entschließt sich zum Aufbau des im Besitz der Pfarrpfründestiftung befindlichen und in der Zwischenzeit eingefallenen Stadels (früher Zehentstadel). Die Einweihung des neuen Musikantenstadels erfolgt bereit im Jahr 1984.

1985
Die Freiwillige Feuerwehr Gennach errichtet im 1. Stock der alten Schule ihr neues Feuerwehrheim. 1988 baut die Musikkapelle Gennach das Erdgeschoss desselben Gebäudes zu ihrem Musikerheim um. Dieses wird dann im Jahr 2002 nochmals erweitert.

1986
Die Pfarrkirche wird einer kompletten Innenrestaurierung unterzogen. Gleichzeitig wird der gesamte Glockenstuhl erneuert und gedreht.

1988
Gennach wird die schönste Gemeinde im Landkreis Augsburg, der 1. Sieger im Bezirksentscheid und erreicht den 3. Platz in Bayern im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Mit der gewonnenen „Siegerprämie“ wird in den folgenden Jahren  ein Rosengarten angelegt. Diese Gartenanlage mit seinen mehr als 1000 Rosen ist bis heute ein Be-suchermagnet und weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt.

1990
Gennach begeht sein 800jähriges Bestehen mit großem Festprogramm im Musikantenstadel.

1991
Bau des neuen Feuerwehrhauses in der Alpenblickstraße.

1993
In der Pfarrkirche wird die lange Zeit unbespielbare Orgel restauriert.

2004
Höhepunkt der Feierlichkeiten zu „15 Jahre Gennacher Rosengarten“ ist eine Rosentaufe des weltbekannten Rosenzüchters Kordes.

2012
400 Jahre Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“. Die Feierlichkeiten erstrecken sich über das ganze Jahr.

2016
Nachdem die Musikkapelle Gennach im Jahre 2015 das 30. Bezirksmusikfest im ASM-Bezirk 13 ausrichtete, wurde die Feier zum 825jährigen Bestehen von Gennach, auf das darauf  folgende Jahr verschoben. Neben dem großen Festakt im Musikantenstadel gab es einen „Geschichtlichen Rundwanderweg“ durch den Ort und eine große Ausstellung historischer Fotos von Gennach.
 
2018
Drei Gennacher Vereine feiern ein wohl nie wieder kehrendes Ereignis. Es ist die Dreifach-Fahnenweihe vom Soldaten- und Veteranenverein Gennach, von der Freiwilligen Feuerwehr Gennach und vom Schützenverein Edelweiß Gennach.

 

Bürgermeister von Gennach:

  • 1821 - Haug (Ortsvorsteher)    
  • 1855 - 1860 Johann Hartinger
  • 1860 - 1899 Ludwig Weyer
  • 1899 - 1929 Josef Müller
  • 1929 - 1933 Heinrich Weimer
  • 1933 - 1945 Max Fischer sen.
  • 1945 - 1952 Josef Bader
  • 1952 - 1966 Max Fischer sen.
  • 1966 - 1978 Max Fischer jun.

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