Chronik Langerringen

Chronik Langerringen

Das Gemeindewappen von Langerringen

In Blau auf grünem Berg ein oben stumpfer silberner Quaderturm mit offenem Tor.

Bereits seit 1772 führten alle größeren Orte im Besitz des Augsburger Hochstiftets, also auch Langerringen, eigene Wappen. Im Zuge der Säkularisation wurde den Gemeinden dieses Recht jedoch entzogen. 

Erst 1836 fällt König Ludiwg I. die Entscheidung wieder Ortswappen einzuführen. Infolge dieses Beschlusses beantragte Langerringen 1838 eine neues Gemeindewappen. Das Reichsheroldsamt stimmte jedoch dem ursprünglichen Vorschlag nur teilweise zu und legte König Ludwig einen bereits abgeänderten Entwurf vor. Dieser wurdem vom König als nicht heraldisch genug empfunden und musste deswegen ein zweitens Mal überarbeitet werden. Es blieb schließlich das heutige Gemeindewappen das am 03.08.1838 genehmigt wurde.

Quelle: Stadler-Zollhöfer: Wappen der schwabischen Gmeinden 1952; Jahresbericht d. Vereins v. Sch. U. Neubg. 1830 Seiten 4; Zusammengestellt von Anton Reiß Gennach 2 1/2 am 24.11.1979;

Langerringen / Westerringen

Das Dorf Langerringen, liegt an der Hochstraße, an der südlichen Grenze des Landkreises Augsburg. Es ist geprägt durch zwei langgestreckte Straßenzüge und die Singoldaue.

Chronik Langerringen

6./7. Jahrhundert
Die Entstehung des Ortes liegt bereits im 6./7. Jahrhundert. Die alemannische Sippe des Erro ließ sich in der hiesigen Gegend nieder. Nach dem Sippenoberhaupt wurde die Ansiedlung Erringen genannt.

1000 n. Chr.
Die Grundmauern der Kirche gehen nachweislich bis etwa gegen Ende des ersten Jahrtausends zurück. Im Jahr 1140 fand eine Vergrößerung und Neueinweihung der Pfarrkirche statt.

12.Jahrhundert
Mitte des 12 Jhd. bestand in Westerringen eine Kirche und Pfarrei.

12./13. Jahrhundert
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem 12./13. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um das Adelsgeschlecht der „Herren von Erringen“. Die Herren von Erringen verschwinden gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus der Geschichte unseres Ortes und werden im Lehensbesitz von Augsburger Patriziergeschlechtern abgelöst: dies sind dann die Herren von Rorbach bis 1325, den Augsburgern Heinrich Langenmantel bis 1396, Konrad Ilsung bis 1419 und Wilhelm Zellner bis 1460.

1320
Erste urkundliche Erwähnung der heutigen Pfarrkirche, die nach dem Hl. Gallus benannt wurde.

1338
Die Verwendung der Bezeichnung „Erringen“ in älterer Zeit verhindert meist eine genaue Zuordnung von Tatsachen zu Langerringen und Westerringen. Erst 1338 werden die „ecclisia, quae dicitur Westerchirken“ und 1444 die Form „Westerringen“ gebraucht.

1376
Die Burg der Herren von Erringen ist als Ruine noch nachweisbar. Die Burg der Herren stand auf der Erhebung beim noch heute bestehenden Einödhof Burghof. Diese Burg findet sich auch heute noch im Wappen der Gemeinde Langerringen wieder.

1378
Im Erlass eines Dorfrechts werden alle Rechte und Pflichten der Gemeindemitglieder, auch des Richters, festgelegt und geregelt. Unter Vorsitz des Richters („praepositus“ – Probst) der die Niedergerichtsbarkeit ausübte, waren unter den 11 Urteilsprechern auch 6 Männer der Gemeinde. Von außergewöhnlicher Bedeutung ist die in diesem Dorfbrief ebenfalls festgelegte Regel, dass der Richter für alle Anordnungen die Zustimmung der Mehrheit der Bauern bedurfte.

1460
Die Lehen gehen bis zur Säkularisation im Jahre 1803 an das Domkapitel Augsburg, das schon im Jahre 1307 die untere und obere Mühle sowie einen Hof erworben hatte

1497
Die im Unterdorf stehende Leonhardskapelle wird erbaut. Heute sind darin einige wertvolle Statuen (14 Nothelfer) zu sehen.

1516
Bau eines Siechenhauses (später auch Leprosenhaus genannt) durch den Stiftungsgründer Johann Müller. Die Stiftung ist eine der ältesten Einrichtungen dieser Art im Landkreis Augsburg, sie diente zur Unterbringung von mittellosen und kranken Menschen (Leprosen). Weitere Zustifter dieser Stiftung waren der Domprobst Andreas Rem von Kötz sowie Pfarrer Christoph Merod von Thannhausen im Ries. Im Jahre 1901 wurde das Leprosenhaus ein kleines Krankenhaus und später ein Altenheim. Das Haus aus der Gründerzeit wurde im Jahre 1967, nachdem ein neues Altenheim gebaut wurde, abgebrochen.

1525
Die Langerringer Bauernschaft beteiligte sich am Bauernaufstand und stellten in Anlehnung an die Memminger Artikel eigene Artikel auf. Mit den sogenannten „Erringer Articul“ (16 Artikel) versuchten die Bauern die unerträglichen Zwänge ihrer Leibeigenschaft gegenüber der Grundherrschaft zu mildern und zu lockern.

1713
Verlegung des Pfarrsitzes Westerringen nach Gennach.1182 Erstmals urkundliche Erwähnung von Gennach. Kaiser Friedrich I. stellt dem Kloster Reichenbach in der Oberpfalz einen Schirmbrief aus, worin er dem Abt die alten Freiheiten und Rechte bestätigt. Unter den Klostergründen wird auch der Besitz „zu Gevnach“, heutiges Gennach, aufgeführt. Eine Besiedelung des Raumes Gennach erfolgte jedoch bereits wesentlich früher. Grabhügelfunde aus der Hallstattzeit und auch die Keltenschanze im Härtle lassen vermuten, dass eine Besiedelung schon im 1. Jahrhundert vor Christus gegeben war.

1781 und 1818
Im Jahr 1781 wütete eine Feuersbrunst in Langerringen. Bei einem weiterem Großbrand am 08. August 1818 fallen große Teile des Unterdorfes sowie die Kirchturmkuppel mit Glocken den Flammen zum Opfer. Ein Bild in der Pfarrkirche zeigt heute noch das verheerende Flammenmeer.

1803
Die kirchlichen Besitztümer und Herrschaftsrechte fielen, nach 340jähriger Zugehörigkeit zum Domkapitel Augsburg, durch die Säkularisation an das Kurfürstentum Bayern. Um 1800 gab es in Langerringen 36 Höfe, die folgenden Grundherren gehörten: Domkapitel (22), Kloster St. Katharina Augsburg (3), Sternkloster Augsburg (2), Kloster Hl. Kreuz Augsburg, Stift St. Moritz Augsburg, Kloster Kaufbeuren, Findelhaus Augsburg, Barfüßerpfründe Augsburg, Ruffsches Seelhaus Augsburg, Stadtpfleger Paul v. Stetten Augsburg und die Herrschaft Igling (je 1).

um 1820
Der 4 km südwestlich von Langerringen liegende Weiler Falkenberg dürfte in dieser Zeit gegründet worden sein.

1823
Es folgt die Bildung einer protestantischen Kirchengemeinde durch die Einwanderung von sogenannten „Überrheinern“. 1834 begann der Bau der protestantische Kirche und bereits 1835 erfolgte die Einweihung. 1836 erhielt die Pfarrgemeinde ein ständiges Vikariat, welches dann 1861 zur Pfarrei erhoben wurde. Eine gründliche Renovierung erfolgte im Jahre 1904 und mit der Errichtung eines Turmes 1913 bekam die Kirche „St. Johannes“ ihr heutiges Aussehen.

1824
Wurde das Oberrichterhaus (Amtshaus des ehemaligen Domkapitels) von der politischen und kirchlichen Gemeinde gekauft und als Schulhaus verwendet. Im Jahre 1497 wird der 1. Lehrer in Langerringen erwähnt und das erste Schulgebäude ist während des 30jährigen Kriegs nachweisbar. Im Hungerturm der zwischen dem Oberrichterhaus und der Kirche stand, wurden die Verurteilten inhaftiert. Beim Bau des Kriegerdenkmales sind Reste des Turmes entdeckt worden. 1963 ging das Oberrichterhaus in den alleinigen Besitz der Gemeinde über.

1838
Durch Entscheidung vom 22.03.1836 durch König Ludwig I. wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, ihre alten Wappen wieder neu genehmigen zu lassen. 1838 beantragt die Gemeinde als neues Wahrzeichen ein Wappen nach einem alten Fresko in der spätgotischen Leonhardskappelle: Unter einem Bischofshut ist ein geteilter helmbekrönter Ritterschild, darin oben drei goldene Lilien, unten ein Burgturm in Blau. Das Reichsheroldamt befürwortet nur die Übernahme des Burgturmes und legt einen Entwurf vor, den König Ludwig I als nicht heraldisch genug empfindet. Es kann ein ruinöser Burgturm bleiben, aber die obere Linie muss gerade werden. Das Wappen von Langerringen wird dann am 03.08.1838 genehmigt.

1875
Östlich des Dorfes Langerringen, an der Verbindungsstraße nach Untermeitingen, befand sich eine Ziegelei. 1875 stießen Arbeiter auf eine Bestattungsanlage von alemannischen Reihengräbern. Der Fund brachte Lanzenspitzen, Mantelschließen, Tonperlen, Glas, Bernsteine, silberne und goldene Schmucksachen sowie ein goldenes Kreuz. Die Funde stammen aus dem 6./7. Jahrhundert .

1890
Die Bahnlinie westlich von Langerringen wird gebaut. Westerringen erhält dort eine Bahnstation. Diese bleibt für den Personenverkehr bis Sommer 1983 aufrechterhalten. Als Verladestation für die Malzfabrik wird der „Bahnhof Westerringen“ noch heute genutzt.
Im gleichen Jahr findet die erste Flurbereinigung in Langerringen statt.

1912
Die erstmalige Versorgung mit elektrischem Strom wird am 28. Juli durch Vertragsabschluß mit der LEW gesichert.

1914
Neubau einer Schule in der Pfarrgasse. Das Gebäude wird 1970/71 zum Rathaus umgebaut.

1934/35
In diesen Jahren erfolgte die Regulierung von der Singold und dem Röthenbach.

1945
Am 17. April erfolgte der Einmarsch der amerikanischen Truppen in Langerringen.

1950
Erstellung eines neuen gemeindlichen Friedhofes.

1953
Zum ersten Mal wurde die Dorfstraße ausgebaut.

1969
Neubau einer Schule (Viktor-von-Scheffel-Schule), da der Schulsprengel um die damalige Gemeinde Schwabmühlhausen erweitert wurde und die Zusammenlegung der katholischen und evangelischen Schule erfolgte. 1973 wurde eine neue Schulturnhalle errichtet, die etwas in östlicher Richtung zur Schule abgesetzt war. Die Kinder aus dem Ortsteil Gennach besuchen seit 1979 die Schule in Langerringen. Durch die erforderliche Erweiterung der Schule im Jahre 1991 ist mit dem Schulhausanbau ein Verbindungsgang von der Schule zur Turnhalle geschaffen worden.

1978
Durch die Gebietsreform werden die bis dahin selbständigen Gemeinden Gennach und Schwabmühlhausen eingemeindet. Mit der Gemeinde Hiltenfingen wird eine Verwaltungsgemeinschaft gegründet.
Es begann der Bau der Ortskanalisation durch den ersten Bauabschnitt in Langerringen. Mit dem Bau eines Regenüberlaufbeckens im Jahr 2003 ist die gesamte Ortskanalisation in allen drei Ortsteilen abgeschlossen.
Nach erfolgtem Umbau wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Gleichzeitig erfolgte der Bau der Schlauchwaschanlage und des Trockenturmes.

1984
Der Ortsteil Langerringen wird Kreissieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden.“

1987-1989
Bau einer neuen Wasserversorgung in Langerringen und Westerringen. Über eine Verlängerung der bestehenden Wasserversorgung in Gennach wird Langerringen als Wassergast an den Wasserzweckverband Staudenwasser angeschlossen.

1994
Die Räumlichkeiten des Kindergartens in Gennach reichen nicht mehr aus. In Langerringen wird deshalb einer neuer Kindergarten für 3 Gruppen gebaut. 2001 erfolgt ein Ausbau des Kindergartens, da eine vierte Gruppe eingerichtet wurde.

1997
Baubeginn eines neuen Sportgeländes mit Sportheim, 2 Rasenfeldern und einer neuen Schulsportanlage. Eine unterirdische 100-m-Schafschießanlage wird in eigener Regie in Anbindung an das Sportheim durch den Schützenverein „Hubertus“ errichtet.

2002
Es erfolgt die Renovierung der Pfarrkirche St. Gallus.

2010
Jahr 2010 Sanierung und Modernisierung des Rathauses.

 

Bürgermeister von Langerringen:

  • 1877 - 1905 Müller
  • 1906 - 1919 Johann Layer
  • 1919 - 1929 Alois Stromer
  • 1929 - 1937 Johann Layer (Sohn)
  • 1937 - 1945 Ernst Fischer
  • 1945 - Alfons Müller
  • 1945 - 1952 Ludwig Müller
  • 1952 - 1978 Georg Schindele
  • 1978 - 2002 Hermann Urban
  • 2002 - 2020 - Konrad Dobler
  • Seit 2020 Marcus Knoll

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